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Die Schufa und die halbe Wahrheit

Von Volker Tietz | 23.April 2010

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Auskunfteien gibt es mehrere, am bekanntesten ist sicherlich die Schufa. Aber es gibt auch weniger prominente wie accumio finance, infoscore, CEG, Bürgel oder Deltavista. Allen gemein ist, dass sie seit dem 1. April 2010 einmal im Jahr kostenlos Auskunft über die persönlichen Daten der Bürger geben müssen – natürlich nur auf Nachfrage.

Ich dachte mir: Das probiere ich doch gleich mal. Ärgerlich nur, dass zumindest beim Marktführer, als ich mich Anfang April endlich mal richtig aufklären lassen wollte, der Weg zum kostenlosen Auftrag ziemlich steinig war. Aber zumindest ist die Schufa lernfähig. Inzwischen ist auf der Homepage der Bereich „Ihr Weg zur Schufa-Auskunft“ leicht zu finden – man muss dann nur noch auf den Link „Für Ihre eigenen Unterlagen“ klicken.

Für meinen Selbstversuch hatte ich mich dazu entschlossen, die Anfrage zeitnah zu stellen, gleich nachdem sie kostenlos wurde. Hilfestellungen zu diesem Punkt gibt die Stiftung Warentest, insbesondere auch zu Musterbriefen, die dann offline versendet werden müssen. Auf meine sechs Anfragen (zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich sechs Briefe auf einmal versendet und damit der Post satte Zusatzeinnahmen beschert) haben bisher accumio finance und die Schufa geantwortet. Zwei von sechs – nicht gerade eine tolle Ausbeute, aber meine gesetzte Frist läuft auch erst am 30. April ab. Accumio hatte mich gar nicht erst auf dem Radar – weder als schlechten, noch als guten Schuldner, die Schufa dagegen schon…

Eine Studie im Auftrag des Verbraucherministeriums im August 2009 ergab, dass knapp die Hälfte der Schufa-Einträge falsch ist. Meiner scheint dazu zu gehören. Einmal beantragte Kreditkarten (beispielsweise bei meiner Ex-Bank) werden vor der Ausgabe zwar munter bei der Schufa angefragt, aber bei der Rückgabe sind sie für die Schufa nicht mehr wichtig. Einerseits nachvollziehbar, andererseits problematisch. Nachvollziehbar, weil die Banken sich frühzeitig absichern möchten, problematisch, weil zu viele Kreditkarten, Konten etc. den Scorewert verschlechtern, der für den eigenen Kreditwunsch ausschlaggebend ist. Und wenn ich dann gar nicht so viele Konten habe wie suggeriert wird, hat das für mich negative Folgen. Denn als Folge möchte die Bank das vermeintlich erhöhte Risiko zusätzlich vergütet haben, obwohl es eventuell und im meinem Fall gar nicht besteht. Das ist ärgerlich und verbraucherfeindlich.

Ich wende mich jetzt erst einmal an die Initiatoren der beiden falschen Einträge, damit diese entfernt werden. Das ist mir durchaus wichtig. Denn vielleicht brauche ich später ja doch einen Kredit – wahrscheinlich mit Schufa-Abfrage. Denn ein Kredit ohne Schufa ist definitiv teurer.

Fazit: Vertrauen schafft das bei mir nicht, obwohl der Werbespruch der Schufa genau darauf abzielt: „Wir schaffen Vertrauen“.

Themen: Kredit, Schufa & Co. | Kein Kommentar »



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