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Sparen für Griechenland kurz vor der Fußball-WM

Von Volker Tietz | 7.Juni 2010

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Ich bin überrascht. Nicht darüber, dass wir jetzt kräftig sparen sollen, aber dass laut Spiegel.de bei den Bundesbeamten sogar über eine Kürzung ihrer Bezüge um 2,5 Prozent diskutiert wird, finde ich erstaunlich. Die Staatsdiener werden sauer sein, wenn sie den nächsten Urlaub nicht im Ausland (z.B. Griechenland?), sondern aus Kostengründen in heimischen Gefilden verbringen müssen.

Noch erstaunlicher finde ich allerdings den Zeitpunkt der Sparklausur nur wenige Tage vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Vor vier Jahren gab es am 16. Juni eine Sitzung, in der das Haushaltsbegleitgesetz 2006 verabschiedet wurde. Damals herrschte Kaiserwetter über der Republik, die WM im eigenen Land mit Chefplaner Franz Beckenbauer überstrahlte alles. Heimlich, still und leise beschloss die damalige Regierung die Erhöhung der Mehrwertsteuer (oder besser: Umsatzsteuer) von 16 auf 19 Prozent ab dem 1. Januar 2007. Uns war es egal, wir feierten nach Siegen im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica (4:2) und Polen (1:0) den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale und träumten mit den Sportfreunde Stiller vom ganz großen Triumph.

Gut, der Text musste inzwischen auf 2010 umgedichtet werden, aber wir träumen weiter vom vierten Stern. Boxer sehen auch manchmal Sterne, ehe sie k.o. gehen, aber ich will ja nicht unken.

Oder doch? Ja, aber über ein Steuererhöhungsthema. Wenn ich mir die Umsatzsteuersätze einmal näher betrachte, dann ist da Luft nach oben. Es wäre das i-Tüpfelchen auf den Sparbemühungen der Regierung. Am 13. Juni spielen wir gegen Australien, fünf Tage später gegen Serbien. Vielleicht schwappt die Euphoriewelle wieder durch Deutschland und während wir alle mit fiebern, wiederholt sich Geschichte. Eine Umsatzsteuer von 21 Prozent (oder darf es noch ein wenig mehr sein?) vermag ich nicht mehr auszuschließen. „Die Griechenland-Hilfe darf nicht auf Kosten von Steuerentlastungen gehen“, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle noch im April 2010 laut der Printausgabe von Focus Money. Irgendwie konnte sich da einer nicht durchsetzen. Bleibt zu hoffen, dass es Klose & Co. bei den Angriffsbemühungen am Kap nicht ähnlich geht.

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