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Monopoly bei der gesetzlichen Krankenversicherung
Von Volker Tietz | 8.Juli 2010
Es klingt wie eine unendliche Geschichte: die Kosten im Gesundheitswesen steigen und steigen …. Fast so wie damals die Werbung mit dem Volkswagen, der läuft und läuft und läuft. So schnell bestätigt sich die Überschrift vom 22. Juni – „Krankenversicherung – es wird noch teurer“. Gut, war auch nicht so wirklich schwer, wenn in 2011 von einem Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von elf Milliarden Euro die Rede ist.
Der jetzt angedachte Kompromiss kommt mir vor wie beim Monopoly, den sich die Spitzenpolitiker Ende der vergangenen Woche überlegt haben: „Gehen wir zurück auf Los“. Bei seiner Einführung hatte der GKV-Einheitsbeitragssatz 15,5 Prozent betragen, ehe er im Rahmen des Konjunkturpaketes auf 14,9 Prozent gesenkt worden war. Jetzt soll der Beitragssatz wieder auf die 15,5 Prozent angehoben werden – die sechs Milliarden zusätzlicher Einnahmen fließen wieder in den Bundeshaushalt.
Damit wird das Einsparziel relativ schnell erreicht und sogar übertroffen: Vier Milliarden Euro sollen auf der Ausgabenseite gespart werden, zwei Milliarden Euro durch Bundeszuschüsse und rund eine Milliarde dadurch, dass der Herstellerabschlag für alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die zu Lasten der GKV abgegeben werden, von sechs auf 16 Prozent erhöht wird. Wenn jetzt noch sechs Milliarden Euro durch die Erhöhung des Beitragssatzes um jeweils 0,3 Prozentpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf dann 15,5 Prozent sprudeln, dann kann Finanzminister Schäuble den Bundeszuschuss über zwei Milliarden Euro wieder streichen und es passt.
Wenngleich Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit je 0,3 Prozentpunkten ihr Scherflein gleichermaßen tragen sollen, regen sich Widerstände. Die Linken fordern, dass der Arbeitgeberbeitrag von sieben auf 7,9 Prozent angehoben wird. Dann würde der Beitrag zwar bei 15,8 Prozent stehen, die Arbeitnehmer aber nicht zusätzlich belastet und die Last paritätisch auf beide Schultern verteilt. Die Arbeitgeberseite hatte hingegen darauf gehofft, dass ihre Schulter nicht mehr schleppen muss.
Wichtiger ist aber folgendes: Der Wettbewerb zwischen den Kassen dürfte deutlich zunehmen, denn es können künftig auch unbegrenzt Zusatzbeiträge erhoben werden. Die bisherige Deckelung von einem Prozent des Einkommens wird gestrichen. Nach Berechnungen des Bundesversicherungsamtes wird der Zusatzbeitrag bis 2014 durchschnittlich 16 Euro monatlich nicht übersteigen.
Mal abwarten, wie lange diese Zahl so im Raum steht und nicht überschritten wird.
Mein Rat: Vergleichen Sie die gesetzlichen Krankenkassen
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Themen: Krankenversicherung, Private Krankenversicherung | 1 Kommentar »



15th.September 2010 um 22:32
Ziemlich guter Blog, werde hier ofters mal vorbei schauen. Unter Lesezeichen gespeichert…