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Das Ende der Ausreden
Von FinanceScout24 | 17.Oktober 2011
Ein Beitrag von Kerstin Liesenfeld,
Psychologin und Volkswirtin
Wie frau sich motivieren kann, Finanz- und Versicherungsthemen
endlich anzupacken.
Zum Ziel kommt, wer motiviert ist
Die Vorfreude auf den Urlaub lässt uns auch vor dicken Reiseprospekten und unübersichtlichen Travel-Portalen nicht zurückschrecken. Wenn es darum geht Wünsche und Träume zu realisieren, dann sind wir emotional bei der Sache und das verleiht uns die Power zum Durchhalten. Bei Themen wie Finanzen, Altersvorsorge, Versicherung hält sich die Begeisterung in Grenzen und unser schlechtes Gewissen erinnert uns permanent daran. „Eigentlich müsste ich mich ja dringend mal kümmern…“. Woran das liegt?
Die moderne Neurowissenschaft erklärt es mit den „psychologischen Kosten“: „Um sogenannte „trockene“ Themen zu verarbeiten, muss das Gehirn konzentriert arbeiten – unter Anspannung“, erklärt Kerstin Liesenfeld, Neuroforscherin und Motivationsexpertin. Das geschieht vorwiegend in der linken Gehirnhälfte. Diese hat jedoch nur einen „kleinen“ Arbeitsspeicher und ist daher schnell überfordert. Die rechte Gehirnhälfte dagegen kann viele verschiedene Informationen gleichzeitig und dadurch sehr schnell verarbeiten. Sie ist darauf spezialisiert, umfangreiche und komplexe Vorgänge und Eindrücke, z.B. Bilder, Musik oder Erlebnisse aus der Umwelt, gleichzeitig zu verarbeiten. Richtig effizient arbeitet unser Gehirn erst dann, wenn beide Hälften aktiv zusammenarbeiten. Wie wir das erreichen? „Wir müssen uns motivieren“, so Kerstin Liesenfeld, „und das geht am besten über die Verbindung von Inhalten mit unseren Emotionen.“
5 Tipps zur Motivation
- Ziele festlegen: Finden Sie heraus, was Ihnen – und nicht anderen – wichtig ist. Was brauchen Sie jetzt und im Alter, welche Wünsche und Träume möchten Sie sich noch erfüllen? Wenn Sie Emotionen hierfür aktivieren, nutzen Sie die Ressourcen Ihres Gehirns besser, und können sich viel leichter mit komplexen Themen auseinandersetzen.
- Konkret werden: Gehen Sie Aufgaben aktiv an – nicht nur mit guten Vorsätzen im Kopf, sondern mit klar definierten Ideen für den Alltag.
- Neues lernen: Haben Sie keine Angst vor neuen Themen. Denn: Mit jeder geschafften (vermeintlichen) Hürde beginnt ihr inneres Belohnungssystem zu arbeiten. Sie fühlen sich sicherer und besser!
- Geduld haben: Lassen Sie sich genügend Zeit, Ihr Ziel zu erreichen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Schließlich wollen Sie nicht die ganze Welt der Finanzen erobern, sondern genau dort fit werden, wo Sie es brauchen.
- Stolz sein: Wenn Sie etwas erreicht haben, dürfen Sie sich auch darüber freuen – und nicht sofort noch mehr wollen. Es ist Ihre Leistung, auf die Sie stolz sein können. Trainieren Sie, sich selbst zu loben – für Ihr Ziel und Ihre Motivation.
Den Mehrwert erkennen – dann klappt’s auch mit den Finanzen
Eigentlich sind Menschen von ihrer neurobiologischen Grundstruktur zu 99 Prozent gleich. Wie sich nun diese Grundstruktur ausformt, hängt davon ab, wie wir diese nutzen. Tendenziell sind Männer- und Frauengehirne zwar evolutionsgebunden etwas unterschiedlich aktiviert – so ist der Mann eher zielfokussiert und auf Jagen ausgelegt, die Frau vielmehr auf Umsicht und Fürsorge – dennoch können beide neurobiologisch alles lernen. Warum scheint es Frauen dann doch schwerer zu fallen, sich mit wichtigen, aber komplexen Themen wie Finanzen zu beschäftigen? Männern gelingt es eher, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. „Man kann das auch eine fokussierte Sichtweise nennen, die fälschlicherweise häufig als enge Sichtweise bezeichnet wird“, so Liesenfeld. „Positiv betrachtet, führt dies dazu, dass Männer sich zumeist schneller entscheiden können.“
Frauen, die von Mutter Natur eher zur Umsicht neigen, beziehen laut Liesenfeld dagegen viel mehr Kontextabhängiges in ihre Entscheidungen mit ein, haben dadurch mehr Zweifel, und überprüfen länger. Hinzu kommt, dass Frauen es auch durch ihre Sozialisation häufig einfach nicht gewöhnt sind, sich auch mit Themen wie Altersvorsorge oder Finanzplanung zu beschäftigen. „Wir sprechen hier von sogenannten „Belief-Strukturen“, das heißt Frauen glauben solche Themen nicht zu beherrschen. Sie entwickeln eine regelrechte Angst vor Themen, bei denen sie ihre Komfortzone verlassen würden. „Tatsächlich kann man den Umgang damit immer lernen – auch mit zunehmendem Alter – es ist alles eine Sache des Trainings!“, so die Neuroforscherin.
Es braucht eine Kraft, die frau antreibt
Was also ist nötig, um sich für Finanzthemen zu motivieren? Sich einfach überwinden und etwas Neues wagen. Klingt gut, oder? „Neue Handys oder iPads werden schließlich auch genutzt“, meint Liesenfeld. Frauen müssten nur Neues zulassen und eine Kraft suchen, die sie motiviert, und die ihnen etwas bedeutet. Denn bringt der Umgang mit Themen wie Versicherungen oder Finanzen den Frauen einen erkennbaren – und eben auch emotionalen – Mehrwert, dann ist auch genug Antriebskraft vorhanden: Das kann die eigene Unabhängigkeit sein, die Versorgung der Kinder oder die Möglichkeit, sich den ein oder anderen kleinen oder großen Traum zu erfüllen.
Wenn wir also von dem motiviert werden, was uns wichtig ist, kommen wir ans Ziel. Dann verbinden sich Zahlen mit Werten, Denken mit Fühlen – und nutzen die Ressourcen beider Gehirnhälften. Eine weitere gute Nachricht: Ist der „innere Schweinehund“ erst einmal überwunden, werden auch hier Kräfte frei. Wer keine Ausreden mehr braucht und kein schlechtes Gewissen mehr hat, gewinnt zusätzliche Energie. Denn unerledigte Absichten strapazieren unser Denksystem.
Also einfach den Leitsatz merken und umsetzen:
- Eigene Werte und Ziele finden,
- Motivation wachsen lassen, dann
- Schritt für Schritt aktiv werden,
- Das Neue zulassen und
- Sich über das Erreichte freuen.
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