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Frauen und Autos: „Er sagt – Sie sagt“

Von FinanceScout24 | 19.Oktober 2011

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Sind Männer wirklich die besseren Autofahrer und beschert es uns tatsächlich ungeahnte Schwierigkeiten rückwärts einzuparken? Mitnichten liebe Herren. Doch Thomas Weiss, Chefredakteur von AutoScout 24, nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Autobild-Redakteurin Stephanie Kriebel, ist den Beweis für diese Fehleinschätzung längst angetreten – schreibt sie bereits seit Jahren zum Thema Kfz und das für eine überwiegend männliche Zielgruppe.


Thomas WeissEin Beitrag von Thomas Weiss, Chefredakteur bei AutoScout24

Multitasking gegen Einparkfinesse

Vorurteile sind eine feine Sache, vor allem, wenn sie sich bestätigen. Jeder Frauenparkplatz tut das, denn auch Männer parken in der Tiefgarage gerne nahe am Ausgang – und fühlen sich beim Anblick eines schräg geparkten Frauenautos als Opfer der Emanzipation.

Schon allein aufgrund der Tatsache, dass Frauen seit Generationen keine Randerscheinung im Straßenverkehr mehr darstellen – die erste Privatperson, die in Deutschland eine Fahrprüfung abgelegt hatte war Bertha Benz – sind bestätigte Vorurteile über ihren Fahrstil jedoch nicht nur amüsant, sondern normal. Für die Versicherungswirtschaft steht außer Frage, dass Frauen anders fahren als Männer. Sie führen daher eine auf „versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung“ bei der Kfz-Versicherung durch. Wir Männer sind zwar die besseren Autofahrer, Versicherungen sehen das aber offensichtlich anders – Pech, die haben die besseren Daten.

Weniger versicherungsrelevant und dennoch wahr: Viele Frauen parken schlecht ein. Männer können das aus evolutionären Gründen in der Regel besser. Wir haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, weil das unsere Vorfahren vor Jahrmillionen bei der Jagd auf wilde Tiere benötigten. Aus demselben Grund können wir uns auch besser orientieren, wir finden einen Ort geradezu spielerisch wieder, wenn wir schon mal dort waren. Es gibt dagegen Frauen (ich kenne welche), die beispielsweise den Weg zur Arbeit und zum Arzt nur von zu Hause aus kennen. Wenn sie vom Arzt zur Arbeit müssen, haben sie ein Problem. Oder ein Navi.

Gleichzeitig sind Frauen uns Männern überlegen. Sie leiden zum Beispiel zehnmal weniger unter Rot-Grün-Blindheit und ich bin überzeugt, sie kennen auch sonst mehr Farben als wir Männer – sie unterscheiden zwischen „apricot“ und „lachs“ noch 27 Schattierungen, ein Mann kann sich zwischen beige und rosa nicht festlegen. Auch ihre Multitasking-Fähigkeiten sind legendär, während wir Männer damit geschlagen sind, nur eine Sache zur gleichen Zeit erledigen können: Wenn ich fahre, tue ich das meist stumm, meine Konzentrationsfähigkeit lässt eine gleichzeitige Unterhaltung nicht zu. Meine Frau dagegen kann gleichzeitig beifahren, etwas lesen, sich mit mir unterhalten und mich zuverlässig warnen, wenn ich Tempo 200 überschreite – ohne auf den Tacho zu schauen. Ich bewundere das, ich kann das nicht.

Unterschiede sind dazu da, mit ihnen umzugehen. Auf der Straße gilt daher aus gutem Grund nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Rücksichtnahme, die Fairness. Und im Falle der Frauenparkplätze wohl auch die von Feministinnen verpönte Galanterie.

Männer wissen schließlich, dass sie besser einparken.

 

Stephanie KriebelEin Beitrag von Stephanie Kriebel, Redakteurin bei Autobild

Vokabelproblem: Rasen, Drängeln, Fluchen

Frauen und Autos: An diesem Thema kommt kaum ein Mann kommentarlos vorbei. Doch keine Sorge, wir verstehen das. Sie können einfach nicht anders. Denn „Frau“ und Auto“ sind ganz einfach zwei elementare Schlüsselwörter im männlichen Kosmos.

Beides in Kombination lässt folglich erst recht keinen Vertreter des männlichen Geschlechts kalt. Frauen und Autos gibt es in der männlichen Welt ausschließlich in zwei Kontexten: 1. Frauen sind die Garnierung des Autos. Das reicht von edel-erotisch auf den großen Messen, bis zum deftigen „Ich zeig dir alles, was ich habe“ auf Tuning-Treffen aller Art. Beides wird vom Mann zu nahezu 100 Prozent begeistert aufgenommen. Eine andere Sache ist es, wenn Frau komplett ohne dekorativen Charakter aktiv am Straßenverkehr teilnimmt. Denn – und da ist man sich auf männlicher Seite doch weitgehend einig – wir können einfach nicht Autofahren. Zumindest nicht annährend so gut, wie die Männer.

Doch als erfahrene Frauen quittieren wir solche selbstgerechten Allgemeinplätze mit einem großmütigen Lächeln, denn wir wissen: Es handelt sich hier lediglich um ein Vokabel-Problem. Wenn man Rasen, Drängeln und Fluchen als guten Fahrstil bezeichnet, dann können wir den Männern in dieser Disziplin tatsächlich nicht das Wasser reichen. Zwar bemerkt die Polizei, dass auch immer mehr Frauen ausgesprochen „gut“ Auto fahren und quittiert ihnen das auch gerne mit Knöllchen und Punkten in Flensburg. Doch für den Großteil von uns geht es beim Autofahren noch immer darum, entspannt von A nach B zu kommen. Autofahren ist für uns keine Passion, keine Religion, nichts, das mit krankhaftem Ehrgeiz betrieben werden müsste oder gar etwas, das wir mit sexueller Leistungsfähigkeit gleichsetzen würden. Unser Auto ist einfach ein lieb gewonnener Gebrauchsgegenstand, dem wir auch gerne mal einen Namen verpassen oder ein Bärchen an den Rückspiegel hängen. Aufgeplustertes Gehabe oder der Zwang, die Straße zum Kriegsschauplatz zu erklären – das ist und schlicht zu blöd.

Die Folge: Wir halten im Straßenverkehr nicht nur unseren Blutdruck auf einem gesundheitsverträglichen Level, wir fahren auch besonnener und verursachen deshalb deutlich weniger Unfälle. Nach Angaben des ACE (Auto Club Europa) waren Männer 2008 für zwei Drittel aller Unfälle mit Personenschaden verantwortlich. Auch die Autoversicherer wissen unsere Entspanntheit zu schätzen und buhlen mit entsprechend günstigen Frauentarifen um unsere Gunst. Und auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt stehen von Frauen gefahrene Autos hoch im Kurs. Denn man kann sich relativ sicher sein, es hier nicht mit verheizten Gurken zu tun zu haben.

Auch wenn also viele Fakten für die Frauen sprechen – wir mögen’s gerne harmonisch. Deshalb ein Friedensangebot: Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Frauen einfach anders fahren als Männer. Und welcher Mann nun noch ätzen muss, dass ein mangelndes Technikverständnis zwischen der Frau und einem zufrieden stellenden Umgang mit dem Auto steht, dem sei gesagt: Nur wer mir spontan und schlüssig erklären kann, wie ein Torsen-Differenzial oder ein Twin-Scroll-Lader funktioniert, darf weiter Sprüche kloppen.

Themen: Quergedacht | 1 Kommentar »



Ein Kommentar to “Frauen und Autos: „Er sagt – Sie sagt“”

  1. Frauen und Autos | DieGanzeWahrheit schreibt:
    7th.November 2011 um 15:29

    [...] Artikel erschien ursprünglich im Blog von FinanzScout24. FacebookE-MailDruckenTeilenEvernoteDeliciousInstapaperGoogle [...]

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