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Aufschieberitis? Gut organisiert ist souverän gewonnen
Von FinanceScout24 | 2.November 2011
Von der Aufschieberin zur Managerin
Ein Drittel der Frauen in Deutschland ist selbstständig. Rund jedes fünfte Unternehmen im deutschen Mittelstand wird von einer Frau geführt, ganz zu schweigen von unzähligen – auch alleinerziehenden – Müttern. Diese Frauen wissen sich zu organisieren und ihre Aufgaben zeitgerecht zu erledigen.
Wer unangenehme Aufgaben und Teilaufgaben ständig vertagt, läuft Gefahr, seine Ziele nicht zu erreichen und Zeitfenster zu überschreiten. Das schlechte Gewissen folgt postwendend, das wiederum rüttelt am Selbstwertgefühl. Denn der erfolgreiche und zügige Abschluss eines Projekts und das damit verbundene gute Gefühl der Belohnung bleiben aus.
Meist liegt es nicht daran, dass wir nicht arbeiten wollen, sondern dass wir uns selber etwas vormachen. Die Psychologie spricht hier von Planning Fallacy, dem Unvermögen längerfristig realistisch zu planen: Wir unterschätzen Zeit, Budget und Risiken und/oder streben nach 120 prozentiger Qualität. Mit dem Resultat, dass wir das Projekt gar nicht erst anpacken oder es nicht in der Weise zu Ende führen wie wir es uns ausgemalt haben. Und sagen uns: „Das nächste Mal wird’s besser.“
Was können wir also tun, um zur „Macherin“ zu werden?
- Hören Sie auf, perfekt zu sein zu wollen. Perfektionismus ist ein selbst auferlegter Zwang, der uns in Details und das große Ganze aus den Augen verlieren lässt. Beschäftigen wir uns zu intensiv mit unserem Image und den Erwartungen anderer an uns, reduzieren wir damit unsere Leistungskraft.
- Das Ziel und die Belohnung dahinter erkennen. Der erste Schritt ist der wichtigste – und schwerste. Deshalb rufen Sie sich ins Gedächtnis welche Belohnung auf Sie, nach erfolgreicher Umsetzung, wartet.
- Verbinden Sie positive Emotionen mit den einzelnen Aufgaben: Machen Sie die Pflicht zur Kür indem Sie unangenehmen Tätigkeiten ein positives Gefühl zuordnen: Aufräumen an sich macht keinen Spaß, aber eine aufgeräumte, saubere Wohnung ist eine Wohltat.
- Beginnen Sie sofort: Halten Sie den Abstand zwischen Entschluss und Erledigung so schmal wie möglich. Die „72-Stunden-Regel“ sagt: Alles, was Sie sich vornehmen, müssen Sie innerhalb von 72 Stunden (also drei Tagen) beginnen. Sonst sinkt die Chance, dass Sie das Projekt jemals umsetzen, auf ein Prozent.
- Wenden Sie das OHIO-Prinzip an: Only handle it once – was man einmal in die Hand nimmt, wird sofort erledigt.
- Beginnen Sie mit dem Unangenehmsten. Der Tag wird Ihnen umso leichter von der Hand gehen, wenn Sie die unangenehmsten Aufgaben bereits morgens erledigt haben.
- Setzen Sie sich realistische Zeitfenster. Im Büro schultern sie ein Riesenprojekt mit Überstunden im Alleingang, danach gehen Sie einkaufen, und hetzen weiter zum Sport? Jede noch so taffe Managerin kommt dabei ins Schwitzen! Planen Sie besser weniger ein. Verteilen Sie Aufgaben sinnvoll und entsprechend Ihrer Kräfte-Ressourcen.
- Hinterfragen Sie sich. Warum schieben Sie bestimmte Aufgaben auf? Es ist eine Gewohnheit, sie läuft automatisch ab. Ein Schritt in Richtung Besserung ist, sich sein Verhalten bewusst zu machen und die Gewohnheit zu durchbrechen. Dabei hilft es, seine Verhaltensweisen über einen Zeitraum schriftlich zu notieren: Was machen Sie ungern? Warum? Was löst Stress aus? Was hätten Sie anders machen können?
- Machen Sie sich weniger Druck. Ein “Du musst”, “Du sollst”, “Mach jetzt, sonst …” verstärkt den Fluchtreflex. Machen Sie sich vielmehr bewusst eine Wahl zu haben und setzen Sie Ihre eigenen Prioritäten.
- Loben Sie sich zum Abschluss. Bei so viel Selbstdisziplin ist die Belohnung danach – auch für Teilerfolge – umso wichtiger. Wertschätzung – auch und gerade durch sich selbst – wirkt wie ein Motor. Lob bewirkt, dass Sie sich die nächsten Ziele höher stecken und sich diesen sogar stärker verpflichtet fühlen. Vor allem aber trauen Sie mehr zu – und das steigert Ihre Leistungen enorm.
3 Prinzipien der Selbstorganisation
- 1. Schriftlich: Aufgaben schriftlich festhalten und gegebenenfalls strukturieren. Das entlastet den Kopf und verhindert, dass Dinge durchrutschen oder vergessen werden.
- 2. Einfach: Je einfacher die Ausprägung der Selbstorganisation ist, desto eher überlebt sie stressige Phasen und desto leichter wird sie zur Gewohnheit. Eine einfache Aufgabenliste, die ich aber täglich nutze, ist besser als ein abschreckendes Planungs-System.
- 3. Üben: Auch Selbstorganisation muss trainiert werden. Eine neue Sportart erlernt man schließlich auch nicht durch reines Lesen der Tipps. Jeder darf dabei seine eigene Methode entwickeln und umsetzen: Schritt für Schritt verbessern und anpassen – bis sie funktioniert.

Buchtipp
Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement für den Alltag von David Allen, 9,95 Euro (Piper Verlag)
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