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Die eigene Arbeitskraft absichern

Von FinanceScout24 | 15.Dezember 2011

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Arbeitskraft absichern„Ich brauche doch jetzt noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung!“ Besonders jungen Berufseinsteigern erscheint der Gedanke an eine Berufsunfähigkeit sehr weit weg. Warum soll ich mir jetzt schon Gedanken machen, ich bin doch jung und fit? Wie wichtig ist so eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) und warum lohnt es sich eine abzuschließen – besonders in jungen Jahren?

 

Jung und fit – und gut versichert!
Lisa ist 20 Jahre alt, hat gerade ihr Abitur gemacht und sich nun wagemutig ins Arbeitsleben gestürzt. Jetzt ist sie Auszubildende zur Bankkauffrau. Ihrer Eigenständigkeit steht nun nichts mehr im Wege, sogar ihre erste eigene Haftpflichtversicherung hat sie abgeschlossen. Ihre beste Freundin legt ihr nun auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ans Herz. Doch alleine das Wort kommt Lisa schwer über die Lippen. Warum soll sie sich mit etwas auseinander setzten, was sie kaum aussprechen kann? Was Lisa dabei jedoch vergisst: Ihr größtes und wichtigstes Kapital ist sie selbst – und ihre Arbeitskraft. Wird sie berufsunfähig, verliert sie dieses Kapital und damit auch die finanzielle Absicherung.
Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung wird jeder vierte Bundesbürger vor der Rente berufsunfähig.

Hilfe in schwierigen Zeiten
Eine Frage stellt sich Lisa nun doch: Ab wann bin ich eigentlich berufsunfähig? Und wie lange bekomme ich eine Lohnfortzahlung von meinem Arbeitgeber?
Eine Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn die dauerhafte Beeinträchtigung der Berufsausübung durch eine Krankheit, einen Unfall oder Invalidität vorliegt. Dann könnte der Betroffene jedoch in einem anderen Job arbeiten, welcher seiner körperlichen und geistigen Verfassung entspricht. Ob man berufsunfähig ist, wird im Ernstfall durch ein unabhängiges medizinisches Gutachten festgestellt. Der Arbeitgeber unterstützt in dieser Situation für maximal sechs Wochen mit einer Entgeltfortzahlung. Nach diesen sechs Wochen erhält man dann von der Krankenkasse Krankengeld. Dieses entspricht rund 75 Prozent des regelmäßigen Nettoverdienstes und wird im Krankheitsfall maximal 78 Wochen lang gezahlt. Erst nach dieser Zeit würde die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Tragen kommen. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, dass der Versicherer auf sein sogenanntes Weisungsrecht verzichtet, also nicht erst im Fall einer Erwerbsunfähigkeit zahlt. Denn im Vergleich zur Berufsunfähigkeit ist dieser Begriff weniger strikt definiert. Bei einer Erwerbsunfähigkeit wäre es generell nicht mehr möglich, durch einen Job seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In diesem Fall erhalten Personen, die bereits fünf Jahre gearbeitet, haben auch eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, die Erwerbsminderungsrente. Diese fällt jedoch relativ gering aus, weswegen eine BUV auch hier eine gute Ergänzung ist.

Doch was genau ist eine BUV? Und wie hilft sie im Ernstfall?
Die BUV zahlt sowohl im Fall der Berufsunfähigkeit als auch der Erwerbsunfähigkeit eine vorher vereinbarte Rente. Die Höhe ist hierbei entscheidend, denn die Rente ersetzt das Einkommen, von dem man leben muss. Andererseits spielt die Rentenhöhe auch für die monatliche Prämie der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit eine Rolle. Möchte man statt 500 Euro monatlich 1.000 Euro Rente erhalten, verdoppelt sich auch die Prämie. Deshalb gilt es hier genau abzuschätzen, wie hoch die Rente im Leistungsfall sein soll. Als Faustregel gilt: Sie sollte mit ca. 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens bemessen werden.

Wie hoch der Beitrag für eine Berufsunfähigkeits-Rente ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten sind:

  • Das Alter: Je jünger der Versicherte, desto günstiger sind die Beiträge.
  • Der Beruf: Bei der Beitragsberechnung spielt die ausgeübte Tätigkeit eine große Rolle. Wer körperlich tätig ist (z. B. als Maurer, Dachdecker oder Krankenpfleger) wird automatisch in eine höhere Risikogruppe eingestuft und muss mehr zahlen. Manche dieser Berufe sind auch nur bis zum 55. Lebensjahr absicherbar. Menschen, die keine körperliche Arbeit leisten sowie Akademiker zählen zu einer niedrigeren Risikogruppe und profitieren von günstigeren Beiträgen.
  • Die Beitragsdauer: Je länger die Berufsunfähigkeitsversicherung der einzelnen Berufsgruppen läuft, desto höher sind die Beiträge.
  • Geduld haben: Lassen Sie sich genügend Zeit, Ihr Ziel zu erreichen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Schließlich wollen Sie nicht die ganze Welt der Finanzen erobern, sondern genau dort fit werden, wo Sie es brauchen.
  • Der Gesundheitszustand: Wer jung und gesund ist, hat einen klaren Vorteil: Bei Abschluss einer BUV wird der gesamte Gesundheitszustand durchleuchtet. Vorerkrankungen können zu höheren Beiträgen oder Ausschlussklauseln führen.

Besonders wichtig ist es, im Antrag alle Gesundheitsfragen genau und wahrheitsgemäß zu beantworten. Eine falsche oder nicht wahrheitsgemäße Antwort kann selbst nachträglich den kompletten Versicherungsschutz kosten. Bei Ereignissen wie Heirat oder Geburt eines Kindes ist eine Nachversicherung nötig, damit der Vertrag die aktuelle Risikosituation korrekt widerspiegelt. Dabei sollte die Option im Vertrag berücksichtigt werden, dass die Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst wird.

Hier können Sie eine unverbindliche und individuelle Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung anfordern.

Lisa schaut jetzt beruhigt in die Zukunft. Anfangs war es ihr zwar unangenehm, sich über den Ernstfall Gedanken zu machen. Doch seit sie vorgesorgt hat, begleitet sie ein gutes Gefühl der Sicherheit auf ihrem – immerhin noch langen – Weg der Erwerbstätigkeit.

Themen: Finanzratgeber | Kein Kommentar »



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