Beim Thema Geldanlage vertrauen viele lieber auf einen Experten. Doch woran sind eine unabhängige Finanzberatung und ein guter Finanzberater zu erkennen? Hier bekommen Sie Tipps, auf welche Anhaltspunkte Sie achten sollten.
In Zeiten, in denen sichere Geldanlagen wenig Gewinn abwerfen und hohe Renditen zwangsläufig mit hohem Risiko verbunden sind, wenden sich viele Anleger an einen Finanzberater. Doch oft beschleicht die Ratsuchenden schon zu Beginn des Gesprächs das ungute Gefühl, keine unabhängige Finanzberatung zu bekommen. Hier lesen Sie, wie Sie erkennen, ob der Geldexperte Ihrer Wahl vertrauenswürdig ist.
Vorbereitung ist sinnvoll
Bevor Sie einen Termin mit einem Finanzberater ausmachen, sollten Sie zunächst erste Erkundigungen einholen. Vielleicht gibt es in Ihrem Bekanntenkreis jemanden, der bereits gute Erfahrungen gemacht hat und eine Empfehlung aussprechen kann? Haben Sie erst einmal einen oder mehrere Namen, können Sie sich gezielt informieren: Möglicherweise gibt es Presseberichte über Ihren Wunschkandidaten oder dieser hat bereits Fachbeiträge veröffentlicht. Stammen Qualifikationsnachweise jedoch von Produktanbietern, sprechen sie nicht gerade für eine unabhängige Finanzberatung. Misstrauisch sollten Sie ebenfalls werden, wenn Sie ein Finanzberater aus Eigeninitiative anruft, ohne dass vorher bereits Kontakt bestanden hätte: Das ist nicht nur unseriös, sondern auch gesetzlich verboten.
Unabhängige Finanzberatung beim Honorarberater
Haben Sie einen Experten ausgemacht, der Ihnen kompetent erscheint, gilt es eine Frage möglichst bald zu klären: Bekommen Sie von ihm eine unabhängige Finanzberatung oder bezieht er sein Einkommen von einem oder mehreren Produktgebern? Letzteres muss kein Ausschlusskriterium sein, allerdings sollte Ihr Finanzmakler in diesem Fall offen alle Fragen zu diesem Thema beantworten. Am Ende ist es wichtig, dass sie einen Vertrag abschließen, der auf Ihre Interessen und nicht auf seine Provision zugeschnitten ist. Wesentlich wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sie eine unabhängige Finanzberatung von einem Honorarberater erhalten. Dieser steht nicht im Dienst einer Versicherung oder Bank, sondern wird von Ihnen für seinen Aufwand bezahlt.
Im Gespräch selbst sollten Sie schließlich besonders auf folgende Punkte achten
- Ein guter Finanzberater erfragt zunächst Ihre aktuelle Situation und bezieht auch vorhandene Geldanlangen in seine Planung mit ein, ohne Sie gleich zu einer Kündigung aufzufordern.
- Ebenso sollte er Merkmale wie Sicherheit, Flexibilität, Rendite und Laufzeit erklären sowie Ihre Prioritäten dazu berücksichtigen. In einer guten Finanzberatung kommen zudem existenzielle Risiken und deren Absicherung beispielsweise durch eine Haftpflichtversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung zur Sprache.
- Wichtig ist, dass Sie die Wahl zwischen mehreren Alternativen bekommen, darunter auch kostengünstige Modelle wie Tagesgeld und Aktienfonds.
- Jede Finanzberatung muss protokolliert werden. In diesem Protokoll sollte alles schriftlich festgehalten werden, was Sie wünschen. Macht Ihr Finanzplaner dabei Zusagen zu Rendite, Sicherheit und Laufzeit, spricht das für seine Seriosität.
- Damit Sie ihn später schlimmstenfalls auch zur Verantwortung ziehen können, sollten Sie erfragen, ob er über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung verfügt – diese zahlt gegebenenfalls berechtigte Schadensersatzforderungen von Kunden.
- Am Ende des Gesprächs gibt ein guter Finanzberater Ihnen ausreichend Zeit für die Entscheidung und weist Sie auch auf Ihr Widerrufsrecht hin.

