EU-Studie deckt Mängel bei Online-Verbraucherkrediten auf

Verbraucherkredit Versteckte Kosten sind ein Problem, das Verbrauchern auch im Internet häufig begegnet. Nicht selten sind scheinbar attraktive Angebote in der Endabrechnung teurer als erwartet – ein Phänomen, das auch auf dem Sektor der online vermittelten Verbraucherkredite nicht unbekannt ist. Dies bestätigte das Verbraucherbarometer der Europäischen Kommission, welches die Kundenzufriedenheit auf verschiedenen Gebieten misst. So registrierte das sogenannte Consumer Market Scoreboard allein im Jahr 2010 über 700 Beschwerden über online abgeschlossene Kredite.

EU-weite Untersuchung
Als Folge nahmen die EU-Mitgliedsstaaten nun in einer konzertierten Aktion Anbieter und Makler, die im Internet Verbraucherkredite vermitteln, unter die Lupe. Der Fokus lag dabei auf den Werbeversprechen, den wichtigsten Daten der Angebote und den Gesamtkosten sowie deren Darstellung. Das enttäuschende Ergebnis veröffentlichte die Europäische Kommission in einer Pressemitteilung: Europaweit hielten sich lediglich 30 Prozent der 393 überprüften Websitebetreiber an die verbraucherrechtlichen Vorschriften.

Die häufigsten Mängel:

  • In der Werbung für Verbraucherkredite fehlten wichtige Angaben
    46 Prozent der überprüften Websites unterschlugen in der Werbung wichtige Informationen. Beispielsweise wurde der effektive Jahreszins, der für einen aussagekräftigen Angebotsvergleich unerlässlich ist, teils ebenso wenig genannt wie Details über die Kreditlaufzeit
  • Im Angebot fehlten wichtige Angaben
    Auch in den Angeboten selbst waren nicht immer alle wichtigen Fakten klar erkennbar. 43 Prozent der überprüften Websites wiesen hier Mängel auf und unterschlugen beispielsweise Informationen zur Zinsart oder Vertragslaufzeit.
  • Die Darstellung der Kosten war irreführend
    Falsch oder täuschend: Bei einem Fünftel aller überprüfter Websites war es für den Kunden schwierig bis unmöglich, einen genauen Überblick über alle mit dem Kredit verbundenen Kosten zu erlangen. Dies lag unter anderem an einer undurchsichtigen Preisberechnung oder unterschlagenen Zusatzkosten – etwa für eine obligatorische Versicherung.

Deutschland unterdurchschnittlich
Deutschland schnitt insgesamt sogar leicht unterdurchschnittlich ab: Mit 20 von 26 überprüften Anbietern fielen gut 76 Prozent durch. Das ist besonders bedauerlich in Anbetracht dessen, dass hierzulande immer mehr Kredite online abgeschlossen werden. So erklärte Stefan Moll vom Bankenfachverband im Gespräch mit dem Fokus: „Rund sechs Prozent aller Verträge werden bei unseren Mitgliedsinstituten heute via Internet abgeschlossen – mit stark steigender Tendenz.“

Nachbesserungen gefordert
Die Missstände im Bereich der Online-Verbraucherkredite werden von der Europäischen Kommission sowie den Ländern selbstverständlich nicht hingenommen. Der zuständige EU-Kommissar für Verbraucherpolitik John Dalli sagte dazu: „Es ist äußerst wichtig, dass die Verbraucher von den Unternehmen richtige und vollständige Informationen erhalten. Aufgabe der Kommission ist es, dies zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden sicherzustellen.“

Entsprechend folgt nun die Durchsetzungsphase, in welcher die betroffenen Anbieter kontaktiert und zur Überarbeitung ihres Angebots angehalten werden. Sollten einzelne Unternehmen dem nicht nachkommen, kann dies rechtliche Konsequenzen wie Geldstrafen oder gar die Schließung der entsprechenden Website nach sich ziehen.

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