Gesetzliche Krankenversicherung
Gesund leben wird belohnt
Die Höhe des Beitragssatzes spielt bei der Wahl der gesetzlichen Krankenversicherung zukünftig keine Rolle mehr. Ab 1.1.2009 gilt ein einheitlicher Beitragssatz von 15,5% und Krankenkassen werden sich nur noch durch Ihre Zusatzleistungen und Wahltarife unterscheiden. Aber auch weiterhin werden manche Versicherte von Geschenken profitieren.
Das ist nicht schlecht – wer regelmäßig die Vorsorgeprogramme seiner Ärzte nutzt oder aktiv Sport betreibt, wird bei der DAK mit einem Apple iPod oder einem City-Bike belohnt. Möglich macht das ein Bonusprogramm, wie es inzwischen viele gesetzliche Krankenkassen anbieten.
Mit einem Bonusprogramm Punkte sammeln
Das Prinzip dieser Programme ist simpel. Die Versicherten besorgen sich bei ihrer Kasse ein Bonus-Heft. Der Hausarzt bescheinigt darin eine Vorsorgeuntersuchung, etwa den Gesundheits-Check alle zwei Jahre oder eine Krebsvorsorge. Das Gleiche erledigt der Zahnarzt, der eine Zahnprophylaxe testiert. Dafür gibt es jeweils vorher festgelegte Punkte. Ebenfalls obligatorisch: Regelmäßige Schutzimpfungen.
Weitere Punkte können die Versicherten sammeln, wenn sie nachweisen, dass sie Nichtraucher sind, einen Body-Mass-Index zwischen 18 und 27 haben (zur Selbstkontrolle: BMI = Gewicht / Körpergröße hoch 2) oder regelmäßig Sport im Fitness-Studio oder im Verein betreiben. Auch die Teilnahme an Kursen der Krankenkasse – etwa gesunde Ernährung oder Rückenschule – schlagen sich positiv nieder. Sind in dem Bonus-Heft genügend Punkte bescheinigt, gibt es die ausgelobten Prämien. Aber auch die Krankenkassen selbst profitieren: „Wer sich aktiv bewegt und vorsorgt, schützt damit seine Gesundheit und hilft, die Grundlagen der solidarischen Krankenversicherung zu stärken“, sagt Eckhard Fiedler von der Barmer Ersatzkasse.
Hohe Ersparnisse möglich
Jede Krankenkasse hat ihr eigenes Bonussystem, das auch völlig unterschiedliche Prämienmodelle vorsieht. Der Renner unter den Prämien sind etwa Wertschecks, mit denen die Kassen Leistungen, die eigentlich Privatpatienten vorbehalten sind, übernehmen oder zumindest bezuschussen. Dazu zählen etwa Glaukom-Untersuchungen beim Augenarzt, eine professionelle Zahnreinigung, Haut-Screenings zur Krebsvorsorge oder Knochendichtemessungen. Beliebt sind auch Zuschüsse zu Gesundheitskursen, etwa Wassergymnastik. Solche Vorteile summieren sich bei einzelnen Versicherungen auf bis zu 300 Euro im Jahr. Bei Familien kommen auch noch höhere Ersparnisse zusammen.
Genau rechnen sollten die Versicherungskunden, wenn ihre Krankenkasse Angebote mit Selbstbehalt offeriert. Die sind auch oft Bestandteil der Bonusprogramme. Wer das ganze Jahr seinen Arzt höchstens zu obligatorischen Vorsorgeuntersuchungen sieht, bekommt einen Teil seiner Beiträge zurück. Die Erstattung reduziert sich dann um einen vorher festgelegten Betrag, wenn dennoch ein Arztbesuch oder gar ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird.
Risiko des Versicherten: Haben Medikamente oder Krankenhaus den Bonus komplett aufgezehrt, sind auch Zuzahlungen möglich. Allerdings nicht grenzenlos. Kassenpatienten können auch die so genannte Kostenerstattung wählen. Diese soll den Vorteil haben, dass die Versicherten genau sehen, was der Arzt für seine Leistungen berechnet. Denn die Rechnung des Mediziners geht wie bei einem Privatpatienten an den Versicherten. Der muss in Vorleistung treten und dann die Rechnung bei seiner Kasse einreichen. Die Tücke: Eventuell sind hohe Eigenanteile nicht ausgeschlossen, da die Abrechnungen privat erfolgen und sich nicht nach den Kassenverträgen richten müssen. Die Krankenkasse erstattet grundsätzlich nur die gesetzlichen Leistungen.
14.10.2008


