Lebensversicherungen – einst attraktive Kapitalanlage, jetzt Ladenhüter der Branche

Lebensversicherungen waren einst eine beliebte Kapitalanlage bei deutschen Sparern. Ihren guten Ruf haben sie – vor allem im Laufe der letzten zehn Jahre – mehr und mehr verloren. Das dürfte sich in absehbarer Zeit angesichts sinkender Renditen kaum ändern.

Jüngst kündigten mehr als die Hälfte der Lebensversicherer sinkende Überschussbeteiligungen an. Für 2011 werden den Versicherten 0,4 Prozent weniger und damit durchschnittlich nur noch 4,08 Prozent gutgeschrieben. Also würde das nicht genügen, droht dem Garantiezins erneut eine Kürzung. Das Bundesfinanzministerium möchte ihn von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent senken.

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Ein Muslim spült doch ab

Ein Unfallgeschädigter erhielt von der gegnerischen Seite keine Leistung für eine nötige Haushaltshilfe – die zuständige Sachbearbeiterin begründete dies mit dem muslimischen Glauben des Opfers, welcher ihm verbiete, im Haushalt mitzuhelfen. Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet:

Was bisher geschah

Ein älterer Herr war mit dem Fahrrad unterwegs, wurde von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt: Schädel-Hirn-Trauma, ein Monat Koma und weitreichende Folgen des Unfalls bis heute. Die Versicherung des Unfallverursachers zahlte rund 90.000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz. Bis hier entspricht das der Standardabwicklung eines Verkehrsunfalls. Bizarr wurde es allerdings, als der Fachanwalt des Opfers zusätzlich einen Haushaltsführungsschaden geltend machte. So wird im Versicherungsdeutsch die Leistung genannt, die ein Geschädigter erhält, der aufgrund seiner Verletzungen im Haushalt auf fremde Hilfe angewiesen ist.

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“Neuer” Kodex: Die Vertreterzunft hängt an die große Glocke was für Online-Vermittler längst Standard ist

Auf Platz 1 der unbeliebtesten Berufe hält sich wacker der Versicherungsvertreter. Die landläufige Meinung ist, dass er seine Kunden austrickst und ihnen etwas aufschwatzen will.

Nun will die Versicherungsbranche etwas gegen den schlechten Ruf ihrer Vertreter tun. Ein Kodex soll nun retten, was die Branche mit der Art ihrer Provisionsanreize selbst vermasselt hat: das bereits vor der Finanzkrise geschwundene Vertrauen der Kunden soll wieder hergestellt werden.

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Assekuranz klagt über Komplexität der neuen Eigenkapitalvorschriften

„Monster mit drei Köpfen“

Aus der Versicherungsbranche werden eigentlich selten große Klagen laut. Doch seit bekannt ist, dass ab Januar 2013 ein neues Regelwerk für die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen in Kraft tritt, sind die Wortmeldungen zahlreich. Die neuen Regeln sollen Versicherer in Europa transparenter und krisenfester machen. Von der neuen Vorschrift namens Solvency 2 ist vom „Monster mit drei Köpfen“ oder dem „Dilemma, das die Branche spaltet und das Anlageportfolio erschüttert“ die Rede. Die Assekuranz äußert starke Bedenken über Komplexität und Kosten des Vorhabens. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die anderen europäischen Aufsichtsbehörden möchten damit für Krisensicherheit und Transparenz im europaweiten Versicherungs- und Finanzmarkt sorgen. Damit soll sichergestellt werden, dass Versicherer den Verpflichtungen gegenüber den Kunden jederzeit nachkommen können.

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Naturkatastrophen mit Sicherheit

Naturkatastrophen – ein paar Eckdaten:

Schäden weltweit:
3,3 Millionen Menschen seit 1970
1,7 Billionen Euro seit 1970
schätzungsweise 70 Milliarden Euro in 2010
(davon 13,2 Milliarden Euro versichert)

(Quelle: Natural Hazards, UnNatural Disasters: The Economics of Effective Prevention)

Anzahl:
derzeit etwa acht große Katastrophen pro Jahr
(seit 1980 verdreifacht)

Top-Gefahren:
Sturm und Hagel (Anteil ungedeckter Schäden: über 50 Prozent)
Hochwasser (Anteil ungedeckter Schäden: 84 Prozent)

Ursache:
fast ausschließlich der Mensch
(vor allem durch Klimaerwärmung – seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren ist 2010 global das wärmste Jahr)

Prognose:
dramatische Zunahme in den kommenden Jahrzehnten

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