Kontaktloses Bezahlen – das Zaubermittel gegen Warteschlangen?

Kontaktloses BezahlenOb für den Wocheneinkauf oder einen Chai Latte to go – gefühlt verbringen wir unser halbes Leben in der Schlange, um irgendetwas zu bezahlen. Praktisch im Vorbeigehen bargeld- und kontaktlos bezahlen zu können, ist da eine äußerst verlockende Vorstellung – und die könnte schon sehr bald Realität sein!

Erste Pilotprojekte gibt es bereits, das Zauberwort heißt NFC. Die Abkürzung steht für „Near Field Communication“, eine Technologie, die ähnlich wie Bluetooth über kurze Distanzen Daten zwischen zwei elektronischen Geräten hin- und herbeamen kann. So wird beispielsweise mit einer Karte, aber auch mit modernen Handys, kontaktloses Bezahlen ermöglicht, indem Sie sie einfach an die Kasse halten – Berührung nicht notwendig.

Welche Anbieter gibt es?

  • Girogo: Eine Entwicklung der Deutschen Kreditwirtschaft. Der NFC-Chip sitzt ab August 2012 auf allen Girokarten der Sparkassen, die Volksbanken steigen ein, wenn der Pilotversuch ab April positiv verläuft. Akzeptieren wollen Girogo u.a. die Esso-Tankstellen, Edeka, Douglas, Thalia und dm. Das Prepaid-System hat als Obergrenze einen Betrag von 20 Euro pro Einkauf.
  • Paypass: Das Angebot von Mastercard, die Debit- und Kreditkarten mit einem entsprechenden NFC-Chip ausstatten. In den USA ist Paypass zudem in Kombination mit Google Wallet auf Handys im Einsatz. Hierzulande akzeptieren schon jetzt u.a. Aral-, BP- und Star-Tankstellen, Douglas, Thalia sowie einige Famila-Märkte das System. Eine Obergrenze gibt es nicht, für Einkäufe über 25 Euro ist eine PIN oder Unterschrift nötig.
  • Paywave: Die NFC-Lösung von Visa, die bis Mitte des Jahres bei Postbank, Targobank, Comdirect, BW-Bank, DKB, der Landesbank Berlin und Volkswagenbank über Debit- und Kreditkarten erhältlich sein wird. Alle offizielle Partner im Handel sind noch nicht bekannt, vermutlich schließen sich ähnliche Ketten wie bei Girogo und Paypass an. Auch bei Paywave gibt es keine Obergrenze, Beträge über 25 Euro erfordern eine PIN oder Unterschrift.

Kontaktloses Bezahlen, ohne Bargeld und im Vorbeigehen, ist offensichtlich ein Trend, an dem immer mehr Kreditinstitute teilhaben wollen. Fehlen eigentlich nur noch wir, die Kunden. „Es wird sicherlich Verbraucher geben, die von der kontaktlosen Technik fasziniert sind, aber auch solche, die eher verunsichert und skeptisch sind“, schätzt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegenüber dem „Handelsblatt“ die Lage ein. Ottmar Bloching, Deutschland-Chef von Visa-Deutschland, versichert im Gespräch mit der Zeitung, dass kontaktloses Bezahlen das Risiko eines Kartenmissbrauchs nicht erhöhen würde. Noch mehr Vertrauen schafft vielleicht der Ansatz von Girogo, da bei dem Prepaid-Verfahren nicht auf das gesamte Konto zugegriffen werden kann.

Nur eines scheint sicher: Solange sich kontaktloses Bezahlen nicht durchgesetzt hat, bleiben die Kassen ohne Warteschlangen ein Traum.

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