Rentengarantie mit oder ohne Generationsvertrag

Von Bastian Fersch | 12.August 2010

Wie weit hat sich Rainer Brüderle aus dem Fenster gelehnt, als er ankündigte, die Rentengarantie kippen zu wollen? “Es wird nicht dauerhaft funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln, denn die Renten müssen zunächst erwirtschaftet werden”, so der Tenor des Wirtschaftsministers gegenüber der “Rheinischen Post”. Oh ja, der Mann lehnt sich weit aus dem Fenster, großes Zoff-Potential ist vorprogrammiert – das spiegeln auch die jüngsten Reaktionen der Politik wider: Die FDP weist Brüderles Einwand als rein persönliche Meinung zurück, Frau Kanzlerin will damit nichts zu tun haben und Schäuble ist sowieso vehementer Verteidiger des neuen Modeschlagworts “Generationengerechtigkeit”. Ein augenscheinlicher Quertreiber wird also in die Ecke gedrängt. Doch lehnen wir uns einmal selbst aus dem Fenster und betrachten die Situation von oben:

Aktuelle Zahlen sprechen von mehr als 20 Millionen Rentnern in Deutschland. Sie alle haben ihren Dienst geleistet und zweifelsohne eine anständige Rente verdient. Die erwerbsfähige Generation macht in Deutschland weniger als 50 Prozent aus, ein großer Teil davon ist nicht einmal sozialversicherungspflichtig. Die “Wenigen” die bleiben, leisten nicht minder ihren Dienst – und zwar nicht in den goldenen Zeiten des Wirtschaftswunders, sondern zum Zeitpunkt latenter Arbeitsplatzpanik und sinkender Löhne, die doch eigentlich die Renten finanzieren sollten. Man muss kein Mathematik-Genie sein, um zu verstehen, dass diese Rechnung niemals aufgehen wird. Nun, die Löhne sind 2010 weiter gesunken, ohne die Rentengarantie hätten auch die Altersbezüge ein wenig abgenommen. Allein die Mehrkosten durch diese Nullrunde belasten die Rentenversicherung mit einer knappen Milliarde Euro – bis 2015 sollen es weitere zehn Milliarden sein. Was macht dieser Quertreiber Brüderle? Der Mann spricht nur aus, worüber das Geschrei ohnehin bald groß sein wird.

Es ist ja nicht so, dass man nicht beide Seiten verstehen könnte. Sehr unterhaltsam allerdings ist die recht unterschiedliche Auffassung dieses Schlagworts “Generationengerechtigkeit”. Schäuble versteht darunter, dass die ältere Generation nicht benachteiligt werden darf. Die junge Generation argumentiert damit, dass die kriselnde Wirtschaftslage nicht allein auf ihrem Rücken ausgetragen werden soll. Generationsvertrag – scheinbar ein Wort, dass sich verbiegen lässt, wie man es braucht. Früher waren wir stolz auf unsere deutsche Solidarität – was ist daraus geworden? Ich dachte immer Solidarität heißt, vor allem in schweren Zeiten Hand in Hand zu gehen. Heißt Generationengerechtigkeit nun, dass die jetzt rentenerwirtschaftende Altersgruppe ums Überleben kämpfen muss mit dem Gefühl im Nacken, dass sich das Einzahlen in die Rente heute sowieso nicht mehr rentiert? Das klingt irgendwie nach dem schwarzen Peter. Oder entpuppt sich der Staat später doch noch als Vater und zahlt eine höhere Rente, weil es damals ja schwere Zeiten waren? Wer pocht dann auf dem Generationsvertrag? Weder Rentner noch Arbeitnehmer sind schuld an sinkenden Löhnen und niedrigen Renten. Diese Debatte um die Rentengarantie löst aber schon jetzt grimmige Vorschläge auf Seiten der “Jungen” aus wie die Einführung eines Höchstwahlalters von 65 bzw. 67. Damit soll vermieden werden, dass die “unter Garantie steigende” Rentnerzahl sich nicht über ihr Wahlverhalten auf Kosten der jungen Generation selbst bedienen könne. Ist solcher Unmut denn nötig? Wenn diese Gerechtigkeit auf zwei Lagern beruht, die sich gegenseitig den Ball zu werfen, dann ja.

Apropos Trennung: Sind sich vehemente Verfechter der Rentengarantie überhaupt im Klaren darüber, was “Garantie” bedeutet? Solange die Löhne sinken bleibt die Rente gleich – das ist die Rentengarantie per Definition. Rentengarantie heißt umgekehrt aber auch, dass die Renten unberührt bleiben, wenn die Löhne wieder steigen. Auf diese Weise soll sich die Garantie selbst tragen und das Milliardendefizit, welches durch bevorstehende Nullrunden eingefahren wird, wieder ausgeglichen werden. Wenn also die Rentengarantie irgendwann zur Nullrundengarantie wird, wer schreit dann?

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Herr Kaiser geht in Rente

Von Volker Tietz | 26.Juli 2010


Ältere Semester werden sich erinnern: Am 5. September 1972 strahlte sein Lächeln erstmals aus der Flimmerkiste. Sympathische Erscheinung, stets gut gelaunt, der Schwiegermutter- und Familienvater-Mensch. Wir reden von Herrn Kaiser. 37 Jahre Einsatz mit Modernisierungen des Typs, Günter Kaiser ist die wohl bekannteste Werbe-Ikone Deutschlands im Anzug.

Meine Generation ist gewissermaßen mit ihm groß geworden. Schon in den 1970/80ern war sein Gesicht, sein Name Programm: „Na klar, das ist doch der Mann von der Versicherung“. Soviel wusste jeder – auch der, dem die Hamburg-Mannheimer spontan nicht mehr einfiel. Herr Kaiser war mehr als ein „Produkthäschen“ – er war das Antlitz einer ganzen Branche. Niemand sonst hat Vertrauen und Sicherheit so authentisch vermittelt wie er – ok, Frau Antje aus Holland oder Ariel-Klementine waren auch nicht schlecht, aber diese Seriosität des Herrn Kaiser! Doch damit ist nun Schluss. Der Mann geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Und mit Herrn Kaiser auch die Hamburg-Mannheimer gleich mit. Nein, so wichtig ist Herr Kaiser nun auch wieder nicht, dass die Hamburger-Mannheimer künftig nichts mehr verkaufen würde. Daher werden nicht die Produkte, sondern nur das Namensschild geändert. Der neue Stiefvater heißt ERGO, Konzernriese aus Düsseldorf. Mit unter die Decke kriechen auch die Victoria und Karstadt-Quelle-Versicherungen, die gleichsam das Handtuch geworfen haben. An den Leistungen ändere sich nichts, sagt die ERGO. Die Policen der Bestandskunden sollen unverändert bleiben, ebenso die bekannten Ansprechpartner. Eine neue Werbung hat die ERGO auch platziert: Der junge namenslose Herr, nennen wir ihn einfach Kaiser jun., will nicht mehr verunsichert, sondern nur versichert werden.

Mensch, hat der Fernseh-Vorzeige-Kaiser etwa jahrzentelang doch keinen so guten Job gemacht?

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Internetversicherer Ineas in Not – und unter Notverwaltung

Von Volker Tietz | 20.Juli 2010

Ein wenig skeptisch schaut die Dame schon, die im Bereich Service auf der Internetseite des Online-Versicherers Ineas abgebildet ist – zu Recht. Denn diesmal gibt es kein Werbesprüche, sondern harte Fakten.

Der Versicherungskonzern International Insurance Corporation (IIC) wurde unter Notverwaltung gestellt, weil der Konzern klamm ist. Rund 50.000 Versicherte sind laut der Verbraucherzentrale NRW betroffen, denen IIC in Deutschland die beiden Versicherungen Ineas und LadyCarOnline angeboten hat.
Eigentlich ist noch nicht viel passiert, möchte man meinen. Schließlich ist der Konzern (noch) nicht pleite. Dennoch ist Vorsicht angesagt: Tritt der Insolvenzfall ein, springt bei Haftpflichtschäden zwar der Insolvenzfonds der Versicherer ein, aber nicht bei Kaskoschäden. Im Klartext: Wer einem anderen ins Auto fährt, weil er eine Vorfahrt missachtet hat, bekommt seinen Schaden trotz einer Vollkasko-Versicherung nicht ersetzt. Oder der Diebstahl eines Radio-CD-Players wird nicht erstattet.
Verbraucherschützer raten daher dazu, die Verträge fristlos zu kündigen und zugleich auf eine schriftliche Bestätigung der Kündigung zu pochen. Anbei ein Musterbrief zur Kündigung.

Im nächsten Schritt sollt der Verbraucher nach einer neuen Versicherungsgesellschaft Ausschau halten, zum Beispiel hier: http://www.financescout24.de/versicherungen/autoversicherung.aspx.

Viel Erfolg und weiterhin gute (unfallfreie) Fahrt!

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Tagesgeld – lernt der Deutsche hinzu?

Von Volker Tietz | 20.Juli 2010


Die Quadratur des Kreis geht halt nicht: Sicherheitsdenken, finanzielle Flexibilität und hohe Zinsen bei der Geldanlage stehen in einem Spannungsverhältnis. Verzichten können die Deutschen scheinbar am ehesten auf hohe Zinsen, denn 42,2 Prozent der deutschen Anleger verfügen über ein Tagesgeldkonto. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Investor Marketing (http://www.investors-marketing.de/). Nach dem Sparbuch, das auf 59,4 Prozent kommt, ist das Tagesgeldkonto somit eine der beliebtesten Anlageformen in Deutschland.
Aber man kann es auch anders interpretieren. Die Deutschen kapieren so langsam, dass das gute alte Sparbuch ausgedient hat. In der Regel wird das Guthaben auf dem Sparbuch noch schlechter verzinst als auf dem umkämpften Markt für Tagesgeld. Dort buhlen die Anbieter teilweise mit Konditionen, die sich angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase durchaus sehen lassen können.
Entscheidend ist ja auch, welche Beträge wo geparkt werden. Sparbücher liegen bei mir auch noch rum, da sind wenige Pfennige drauf, die mit jahrzehntelange Zinsen (und Zinseszinsen) zu wenigen Cents mutiert sein dürften. Die Auflösungsgebühren dürften höher sein als die darauf vorhandene Einlage, daher werden sie weiter bei mir verstauben. Mehr Geld parke ich inzwischen auf dem Tagesgeld.
Hier die Spitzenreiter für Tagesgeld von FinanceScout24 im Juni mit den höchsten effektiven Zinsen:

Bei 5.000 Euro Einlage:
• 2,12 % p.a. – comdirekt Bank Tagesgeld PLUS
• 2,00 % p.a. – Bank of Scotland Tagesgeld
• 1,80 % p.a. – Postbank SparCard
• 1,76 % p.a. – S Broker Tagesgeldkonto
• 1,66 % p.a. – DKB Cash

Bei 50.000 Euro Einlage:
• 2,00 % p.a. – Bank of Scotland
• 1,80 % p.a. – Postbank SparCard
• 1,76 % p.a. – S Broker Tagesgeldkonto
• 1,66 % p.a. – DKB Cash
• 1,61 % p.a. – ING-DiBa Extra-Konto

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Versicherer freuen sich über den WM-Sieg von Spanien

Von Volker Tietz | 12.Juli 2010


Die großen Versicherer haben Angst vor Wirbelstürmen wie Kyrill, der 2007 über Deutschland wütete. Solche Orkane verschlechtern die Schaden-Kosten-Quote (auch Schadenkostenquote) bzw. Combined Ratio enorm.

Aber nicht nur Naturkatastrophen belasten, auch glückstrunkene Momente können teuer werden. Aus diesem Grund haben wohl nicht wenige Versicherungsgesellschaften gehofft, dass die Elftal den WM-Pokal nicht in die Niederlande holt – was ja auch ausgeblieben ist. Im Falle des Erfolges wäre es zu einer Triumphfahrt durch die Amsterdam Grachten gekommen. Das gab es schon einmal, als Oranje 1988 – ausgerechnet in Deutschland – die Europameisterschaft gewann. Das Team um die Finaltorschützen Gullit und van Basten wurde gehuldigt…

…die Fans wollten den Helden so nahe wie möglich sein. Dazu wurden selbst Hausboote gestürmt, einige sollen untergegangen sein. Ob diese Tragik für die Besitzer Wahrheit oder Übertreibung ist – das ist nicht ganz geklärt. Schäden gab es aber zuhauf. Wohl dem, der eine Hausratversicherung hatte.

22 Jahre später bleibt eine Wiederholung aus – statt der Bootsfahrt gibt es am Dienstag (13.7.) eine Jubelfeier auf der Fanmeile vor dem Reichsmuseum in Amsterdam. Da kommen sicher auch gerne die Hausbootbesitzer hin.

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Monopoly bei der gesetzlichen Krankenversicherung

Von Volker Tietz | 8.Juli 2010

Es klingt wie eine unendliche Geschichte: die Kosten im Gesundheitswesen steigen und steigen …. Fast so wie damals die Werbung mit dem Volkswagen, der läuft und läuft und läuft. So schnell bestätigt sich die Überschrift vom 22. Juni – „Krankenversicherung – es wird noch teurer“. Gut, war auch nicht so wirklich schwer, wenn in 2011 von einem Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von elf Milliarden Euro die Rede ist.

Der jetzt angedachte Kompromiss kommt mir vor wie beim Monopoly, den sich die Spitzenpolitiker Ende der vergangenen Woche überlegt haben: „Gehen wir zurück auf Los“. Bei seiner Einführung hatte der GKV-Einheitsbeitragssatz 15,5 Prozent betragen, ehe er im Rahmen des Konjunkturpaketes auf 14,9 Prozent gesenkt worden war. Jetzt soll der Beitragssatz wieder auf die 15,5 Prozent angehoben werden – die sechs Milliarden zusätzlicher Einnahmen fließen wieder in den Bundeshaushalt.

Damit wird das Einsparziel relativ schnell erreicht und sogar übertroffen: Vier Milliarden Euro sollen auf der Ausgabenseite gespart werden, zwei Milliarden Euro durch Bundeszuschüsse und rund eine Milliarde dadurch, dass der Herstellerabschlag für alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die zu Lasten der GKV abgegeben werden, von sechs auf 16 Prozent erhöht wird. Wenn jetzt noch sechs Milliarden Euro durch die Erhöhung des Beitragssatzes um jeweils 0,3 Prozentpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf dann 15,5 Prozent sprudeln, dann kann Finanzminister Schäuble den Bundeszuschuss über zwei Milliarden Euro wieder streichen und es passt.

Wenngleich Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit je 0,3 Prozentpunkten ihr Scherflein gleichermaßen tragen sollen, regen sich Widerstände. Die Linken fordern, dass der Arbeitgeberbeitrag von sieben auf 7,9 Prozent angehoben wird. Dann würde der Beitrag zwar bei 15,8 Prozent stehen, die Arbeitnehmer aber nicht zusätzlich belastet und die Last paritätisch auf beide Schultern verteilt. Die Arbeitgeberseite hatte hingegen darauf gehofft, dass ihre Schulter nicht mehr schleppen muss.

Wichtiger ist aber folgendes: Der Wettbewerb zwischen den Kassen dürfte deutlich zunehmen, denn es können künftig auch unbegrenzt Zusatzbeiträge erhoben werden. Die bisherige Deckelung von einem Prozent des Einkommens wird gestrichen. Nach Berechnungen des Bundesversicherungsamtes wird der Zusatzbeitrag bis 2014 durchschnittlich 16 Euro monatlich nicht übersteigen.

Mal abwarten, wie lange diese Zahl so im Raum steht und nicht überschritten wird.

Mein Rat: Vergleichen Sie die gesetzlichen Krankenkassen

oder informieren sich über einen Wechsel in die private Krankenversicherung: Hier Angebot anfordern

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So schnell wird ein PKV-Tarif eingestellt

Von Volker Tietz | 5.Juli 2010


Das war zu erwarten, wenngleich nicht mit ganz so heißer Nadel gestrickt: Die Allianz stoppt den Verkauf der Tarifreihe AktiMed, wie das Versicherungsjournal berichtet.

Die Vertriebspartner wurden in einem Schreiben aufgefordert, mit Wirkung zum 1. Juli die betroffenen Tarife aus den Vergleichsprogrammen zu nehmen. So weit so konsequent. Denn nach dem Ausgang des Musterprozesses am Bundesverwaltungsgericht hatte die Allianz kaum eine andere Wahl mehr >blog.financescout24.de .

Der DAX-Konzern betont laut Versicherungsjournal indes, dass „anderweitige Heilkosten-Vollversicherungstarife der Ärzte-, Beamten- oder sonstigen HKV-Serien und -Tarife sowie die bedingungsgemäße Kindernachversicherung in den AktiMed-Tarifen“ nicht von dem Verkaufsstopp betroffen seien.

Das weitere Vorgehen scheint klar: Die Allianz reagiert schnell und will sich nicht angreifbar machen. Die betroffenen Kunden werden den unrechtmäßig erhobenen Zuschlag schnell erstattet bekommen. AktiMed wird eingestellt, die Tarife neu kalkuliert. Dann wird es vermutlich teurer – und wohl nicht nur für Neukunden.

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Oben ohne – Cabrios stehen hoch im Kurs

Von Volker Tietz | 2.Juli 2010


Schönes Wetter wird überbewertet – zumindest, wenn man sich die Zulassungsstatistiken anschaut. Laut Autobild gingen die gesamten Neuzulassungen im Mai 2010 gegenüber Mai 2009 um 35 Prozent zurück, Cabrios und Roadster haben ihren Marktanteil hingegen von 3,6 auf 4,8 Prozent gesteigert. Maxda MX-5, VW Eos, Ford Focus CC, Peugeot 308 CC oder Renault Megane CC sind gefragt.

Wer ADAC Motorwelt liest, dürfte sich darüber nicht wundern, denn auch die Briten gelten als Cabriofans. Und spätestens seit den Tennis-Glanzzeiten von Steffi Graf und Boris Becker wissen wir, dass es im englischen Wimbledon auch im Sommer gerne regnet. In den vermeintlichen Sonnenländern wie Italien oder Spanien wird „oben ohne“ dagegen nicht so gerne genossen. Bei 40 Grad im Schatten ist Offenfahren auch überbewertet, zumal die Eintrittsbarriere für Langfinger ebenfalls sinkt.

In Deutschland zeigt sich hingegen das Cabrio als Statussymbol. Bezirke wie Starnberg oder München sind geprägt vom Freiluftvergnügen, der Osten der Republik fällt mit Bezirken wie Demmin, Neubrandenburg oder Görlitz deutlich ab. Da hilft es auch nicht, wenn der in Görlitz geborene Michael Ballack die Quote heben könnte.

P.S. (kleiner Exkurs): Es gibt auch einen Kicker namens Andreas Görlitz, Ex-Nationalspieler und mit einer Verletztenmisere ausgestattet wie einst Sebastian Deisler. Um sich als Rekonvaleszent die Zeit zu vertreiben, gründete er die Band „Room 77“, die sogar als Vorgruppe von AC/DC geschafft hat. Erstaunlich, aber schlecht sind die wirklich nicht …

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Immer mehr Franzosen wird das Gas abgedreht

Von Volker Tietz | 30.Juni 2010


Gut, dass der Sommer doch noch in Deutschland Einzug gehalten hat. Aber auch die Franzosen sind froh über jeden warmen Moment, an denen sie ihre Gasrechnung nicht weiter belasten. Denn innerhalb von zwei Jahren könnte sich die Zahl der Franzosen, die ihre Gasrechnung nicht mehr bezahlen können, um das 30-fache auf 300.000 erhöhen!

Das ist ein Hammer, denn Frankreich spielt derzeit zwar nicht so gut Fußball wie wir, ist als Land aber dennoch mit uns vergleichbar. Und wenn dort rund 3,4 Millionen Haushalte inzwischen mehr als zehn Prozent ihrer Einkommen für Energie ausgeben, ist das ein alarmierendes Zeichen.

Der Gasnetzverwalter GrDF erläuterte dem französischen Fernsehsender France 2 folgendes: Während 2008 lediglich 10.000 Haushalten wegen unbezahlter Rechnungen das Gas abgedreht wurde, waren ein Jahr später bereits 100.000 Haushalte betroffen. Und dieses Jahr bis zu 300.000.

Diese Situation könnte sich noch verschärfen, denn der Energiekonzern EDF kündigte zudem eine erneute Verteuerung des Gases an, nachdem zum 1. April (kein Scherz) bereits um zehn Prozent erhöht worden war. Jetzt dürfte unmittelbar eine weitere Erhöhung um vier bis fünf Prozent anstehen. Keine Gnade scheint die GdRF auch bei den Abschaltungen zu kennen –dafür sollen die Preise ebenfalls erhöht werden.

„Schland“ sollte gewappnet sein für den Angriff aufs eigene Portemonnaie. Eine kompromisslose Abwehr scheint zwar schwierig, aber der Schuss lässt sich zumindest entschärfen, indem nach den günstigsten Preisen Ausschau gehalten wird – zum Beispiel unter http://www.financescout24.de/strom_gas_dsl_handy_telefon.aspx.

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Sieg für PKV-Wechsler – aber nur auf den ersten Blick

Von Volker Tietz | 28.Juni 2010


Az: 8 C 42.09 – hinter diesen vermeintlich wirren Zahlen steckt Brisanz. Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem Musterprozess eine Hürde für wechselwillige Privatpatienten aus dem Weg geräumt. Beklagt wurde die Allianz, die von (Bestands-)Kunden, die in einen billigeren Tarif wechseln wollten, nun keinen Zuschlag mehr verlangen darf.

Hintergrund der Klage sind stark steigende Preise für ältere Versicherte in einer privaten Krankenversicherung. Kunden suchen daher verstärkt den Wechsel in einen günstigeren Tarif des Anbieters, da eine Aufnahme bei der gesetzlichen Krankenkasse zumeist ausgeschlossen ist.

Um dies zu verhindern, baute die Allianz im Jahr 2007 eine Barriere auf: Der erhobene pauschale 20-prozentige Zuschlag für Wechsler machte die Sparbemühungen der Versicherten weitgehend zunichte. Begründung des DAX-Konzerns: das gestiegene Krankheitsrisiko des Kunden. Nachvollziehbar insofern, weil der Versicherte älter ist, als er beim Eintritt in den alten Tarif war, und demnach das Risiko einer Erkrankung steigt. Die Richter urteilten hingegen, dass sich durch den Wechsel eines Tarifs innerhalb der Gesellschaften nichts ändere, sodass der festgestellte Gesundheitszustand beim Eintritt in die PKV des Anbieters ausschlaggebend sei und kein Zuschlag erhoben werden dürfe.

Jetzt mag die Allianz darauf reagieren und klein beigeben, so sieht es zumindest aus. Auch andere Gesellschaften dürften dieses Urteil mit Argusaugen verfolgen. Neutarife müssen womöglich neu kalkuliert werden, Lockangebote werden für alle riskanter. Es könnten ja Altkunden dorthin wechseln. Wer aber glaubt, nun wird es billiger – das denke ich nicht. Die Prämienkalkulation verlagert sich hin zu weniger Lockangeboten, aber das ist alles. Oder die prozentuale Steigerung Anfang 2011 wird halt etwas angehoben.

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